Wie ein wirrer Geist die Welt tyrannisiert

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Adolf hatte schon in jungen Jahren allerhand Probleme. Eines war jedoch übermächtig und sollte sein Leben nachhaltig prägen: Es war ein Leiden, das keiner verstand und das deshalb nie behandelt wurde.

Der kleine Adolf hatte nämlich einen permanenten Krampf im Zeigefinger der rechten Hand. Er verzweifelte beinahe an dem Schmerz, deshalb versuchte der kleine Kerl, das riesige Problem im winzigen Finger seiner Mutter zu zeigen. Dazu hob er den Arm, die Mutter sah den krummen, verkrampften Zeigefinger und tröstete ihn. Dann schärfte sie ihm ein, dass er den Finger auf jeden Fall immer gerade halten sollte. „Krumme Finger“, so meine sie gütig, „haben nur Untermenschen. Anständige Leute achten darauf, dass ihr Finger heil ist!“

So achtete der kleine Adolf immer brav darauf, dass der Finger gerade war und ertrug tapfer die schlimmen Schmerzen. Hin und wieder ging er zu seiner Mutter, hob den Arm, um ihr seinen trotz des Dauerkrampfes kerzengeraden Prachtfinger zu zeigen und sagte stolz: „Heil!“. Dann lobte die Mutter ihn und er war richtig glücklich.

Diese Angewohnheit, bei jeder Gelegenheit seinen rechten Arm zu heben und „heil“ zu sagen, gefiel den Menschen um ihn herum aus irgend einem Grund, der sich heute nicht mehr ermitteln lässt. Aber der kleine Adolf fühlte sich bestätigt und hob von dieser Zeit an natürlich ständig den Arm.

Der böse Krampf war auch schuld an einem anderen ziemlich blöden Missverständnis. Als der kleine Adolf nämlich erwachsen war, beschloss er, Schriftsteller zu werden. Seine Mutter hatte ihm gesagt, dass solche Leute sehr angesehen und populär seien und das gefiel ihm.

Da er nicht gerade besonders viel von der Welt wusste, beschloss er, über das einzige Thema zu schreiben, für das er Experte war. Das war bekanntlich sein Krampf im Zeigefinger der rechten Hand. Er schrieb und schrieb. Als er fertig war, hatte der Stapel beschriebener Blätter bereits die Stärke seines rechten Armes erreicht.

Adolf ging zu einem Verlag, zeigte dem Lektor seinen Stapel und der sagte: „Okay, aber nur gegen Vorkasse!“ Also ging Adolf zu seiner Mutter und die gab ihm schweren Herzens ihr Erspartes, damit ein berühmter Schriftsteller aus ihm werden konnte.

Die Wahl des Titels war geradezu genial, denn der bereitete den ahnungslosen Leser schon einmal auf das Thema vor: „Mein Krampf“, nannte der hoffnungsvolle Schriftsteller nämlich sein Buch.

Aber da nahm auch schon das Unheil seinen Lauf, und zwar in Gestalt des Setzers Balduin Buhmann, der für seine flinken Finger beim Setzen der Buchstaben aus Blei bekannt war. Leider passieren beim schnellen Setzen schon mal Fehler. Bei Adolfs tollem Buch ausgerechnet im Titel.

Leider hatte Adolf kein Geld mehr für die wichtige Korrektur übrig, deshalb hieß sein Werk von nun an „Mein Kampf“. Der Titel hatte zwar mit seinem Leiden nichts zu tun, aber das merkten die Leser gar nicht, denn der Inhalt bestand komplett aus absolut mystischem, wirrem Geseier, so dass Adolfs Buch tatsächlich zum Bestseller wurde.

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„Heil!“

Das war sein erster und leider auch letzter Erfolg. Denn danach gings dramatisch abwärts mit Adolf. Er wurde zwar zum Kanzler ernannt und sollte Deutschland regieren, aber all die Idioten um ihn herum äfften bloß ständig sein Armheben nach und sagten dazu noch frech „heil“. Leider hatte er versäumt sich dieses schöne Wort schützen zu lassen, deshalb wurde Adolf sehr wütend und schickte die ganze Scheiß-Bande in den Krieg gegen Alle und Jeden.

Adolf wurde indessen immer verwirrter und in seinem Verfolgungswahn ließ er unablässig und massenhaft völlig harmlose Leute ermorden. Dazu gesellte sich die traurige Tatsache, dass einen Krieg gegen Alle und Jeden natürlich niemand gewinnen kann, wie Adolf bald feststellte. Und dann tat er endlich das, was er schon beim erstmaligen Bemerken seines Krampfs hätte tun sollen: Er schoss sich eine Kugel ins kranke Hirn.

Alle dachten nun, dieses unsägliche Elend sei damit endlich ausgestanden. Alles hatte sich danach so positiv entwickelt. Aber jetzt stellt sich heraus, dass der böse Geist, der Adolfs Hirn so entsetzlich gequält hatte, immer noch die Welt unsicher macht. Er drängelt sich in Köpfe von Menschen, bevorzugt von Politikern, Militärs oder Geheimdienstlern und instrumentalisiert sie – wie seinerzeit Adolf – zu gewissenlosen Mördern der Demokratie.

Diesen Marionetten des Bösen gehören heute bereits Demokratien wie Ungarn und Polen. Da stellt sich die bange Frage: Wen krallt sich der Dämon als nächsten? Ist am Ende Donald Trump nicht einfach nur durchgeknallt, sondern bereits von IHM besessen…?

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Donald Trump

Warum im Bergischen Land eine arme Wirtin beinahe gelyncht worden wäre

Ein kinderfeindliches Schild verursachte einen brutalen Aufstand wütender Kinderschützer. Die deutschen Medien hetzten den Lynchmob noch zusätzlich auf, in dem sie die Frau zur Unmenschin des Jahres stempelten. Vor ihrem Restaurant errichteten bereits die Gutmenschen einen Galgen, nur mit Mühe konnte die Polizei die Eskalation verhindern. Lesen Sie hier die bedrückende Vorgeschichte.

Nachdem Großfamilien mit Horden grauenvoll unerzogener Gören ihr Restaurant mehrfach komplett verwüstet hatten, klebte die 29jährige Wirtin Hannelore Vordermann-Hinterleitner – den Namen haben wir geändert, das Alter hat sie selber frei erfunden – ein Schild an die Tür der Wirtschaft, auf dem in großen Lettern zu lesen war: „Unerzogene Kinder sind herzlich willkommen, die unfähigen Erzieher müssen zur Imbissbude gegenüber.“

Hanni (wie sie von den Rangen gerne genannt wurde) hatte es nämlich satt, dass die erwachsenen Begleiter der lieben Kleinen ständig am wüsten Zustand ihres kinderfreundlichen Restaurants herummäkelten.

Leider hatte die Wirtin aber gewissermaßen die Rechnung ohne den Gast gemacht, wie eine – leicht abgewandelte – alte Redensart ihre Vorgehensweise beschreibt. Die renitenten Erziehungsversager rannten natürlich sofort scharenweise zum Bürgermeister des Kaffs, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Der Rathaus-Chef drohte unserer Hanni mit unbefristeter Kündigung der Pacht, wenn ihr Etablissement nicht umgehend deutlich elternfreundlicher gestaltet würde. Die Kneipe aufzuräumen wäre als Maßnahme ganz sicher wesentlich übers Ziel hinausgeschossen, zumal bei Anwesenheit von unerzogenen Kindern bekanntlich ohnehin kein Ziegel auf dem Anderen bleibt.

Also verlangte der wackere Bürgermeister die Änderung des Schild-Textes. Die gute Hannelore strapazierte ihr Hirn entsetzlich, saß stundenlang stöhnend vor dem ungeliebten Schild und gebar schließlich unter schmerzvollen Wehen einen neuen Text: „Unerzogene Kinder sind herzlich willkommen, die erwachsenen Erziehungsversager werden geduldet!“

Falls Sie, liebe Leser, nun denken, die peinlichen Eltern hätten sich nach diesem monumentalen Entgegenkommen wieder beruhigt, dann sind sie aber schief gewickelt. Die nach wie vor verärgerten Erziehungsversager verklagten den Bürgermeister wegen Unfähigkeit und verlangten gleich die Schließung der ganzen Gemeinde – inklusive des Gourmet-Restaurants unserer Hanni.

Spätestens jetzt war der Spaß vorbei. Der Kommunalbefehlshaber brüllte die arglose Wirtin an wie ein mordlüsterner T-Rex und verlangte diesmal eine radikale Änderung des Schild-Textes. Er blieb gleich in der Kneipe sitzen und sobald Hanni ein paar Worte geschrieben hatte, zerfetzte der widerliche Kerl brüllend und sabbernd das Papier. Bis Hannelore sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als dem Tobsüchtigen Stift und Block mit den Worten zu reichen: „Dann schreiben sie den Dreck doch gleich selber, Ihnen hat man wohl ins Hirn gefurzt.“

So gänzlich falsch kann Hanni mit dieser Vermutung nicht gelegen haben, denn nun kam folgende Aufschrift heraus: Wohlerzogene Kinder sind herzlich willkommen. Vom Rest machen wir Hackfleisch…!“

Diese Verfahrensweise hielt sich tatsächlich Jahre, bis die Bundesregierung eines Tages feststellte, dass es in Deutschland viel zu wenig Kinder gibt und deshalb die Rente in Gefahr sei…

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Unerzogene Kinder haben ein untrügliches Auge für Mode, die ihnen steht

Helge Schneider sollte sein Mandarinen-Essen gegen den Terror unbedingt wiederholen

Helge_Schneider_2015

Komiker Helge Schneider ist angeblich witzig. Das Problem ist nur: Nicht jeder versteht ihn. Das liegt daran, dass der unbefangene Beobachter sich in der Regel nicht sicher ist, war das jetzt ein typischer Helge-Witz oder eine plötzliche geistige Eintrübung?

Letztens hat Helge die Lesung in einer hannoverschen Buchhandlung abgesagt. Wegen akuten Terrors. Er fand, eine solche Veranstaltung sei derzeit einfach zu gefährlich. Klar. Es wäre eine Katastrophe, wenn ein Selbstmordattentäter Helge in die Luft sprengt. Findet jedenfalls Helge

Da die Energie aber wech musste, saß er in seinem Hotelzimmer und aß Mandarinen gegen den Terror. Das versetzte ihn in die glückliche Lage, mit vollem Mund über das Leben zu sinnieren. Sowas hat ungeahnte Vorteile. Zum Beispiel dass den Schmonzes schon rein akustisch niemand versteht. Selbst die Putzfrau, die zwischendurch hereinkam und das Zimmer samt Helge abstaubte, konnte nichts Sinnvolles aus dem Gebrabbel extrahieren und wird deshalb auch nichts davon je weitererzählen.

Leider ist Helge aber ein Profi. Er hatte nicht eine Sekunde lang vor, die Öffentlichkeit ungeschoren entkommen zu lassen. Nein, er teilt uns, Gott und der Welt das Ergebnis des ‚Mandarinenessens gegen den Terror‘ jetzt gnadenlos in einem Video auf YouTube mit.

Es beginnt mit: „Als ich angefangen hatte, Musik zu machen und solche Sachen…!“ –  Oh Helge, einigen wir uns mal auf ‚solche Sachen‘, Musik ist was anderes. Um Musik zu erzeugen, solltest Du wenigstens ab und zu mal den richtigen Ton treffen, die Gitarre zart streicheln und nicht mit spastischen Muskelkontraktionen vergewaltigen. Feinmotorik nennt man sowas und die hilft beim Gitarre spielen ungemein.

Natürlich ist das Video hier noch nicht zu Ende. Es geht rücksichtslos weiter: „…habe ich mir nie so direkt ausgedacht, dass es eines Tages mal so kommen würde, dass ich mal was absage.“ – Tja Helge, war aber eine richtig geile Idee. Wahrscheinlich Deine erste dieser Art. Aber daran solltest Du unbedingt weiterarbeiten.

Leider droht er in dem Video gleich danach damit, spätestens am darauffolgenden Donnerstag wiederzukommen. Dabei schlägt er mit angedeuteten ‚Kung-Fu-Kicks die arme Putzfrau in die Flucht. Um für diese Misshandlung der am Terror gänzlich unschuldigen Frau keine Beweise zu hinterlassen, hat er sie beim Überarbeiten komplett aus dem Video herausgeschnitten.

Trotzdem hat der Streifen 100.000 Likes auf YouTube bekommen und Kommentare wie „Du bringst mich als Hannoveranerin mit Deinem Humor gerade ziemlich zum Lachen!“ –  Oh Süße, Bauchschmerzen kommen gar nicht immer vom Lachen, das wird leider oft verwechselt. Und außerdem  haben Hannoveranerinnen, die Helge witzig finden,  ganz sicher keinen Humor!

Aber grundsätzlich ist die Idee, Mandarinen gegen der Terror zu essen, natürlich gut, Helge. Bringt nur in Hannover rein gar nix – das musst Du in Rakka machen…

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Der Screenshot vom Video, ist nichts für Claustrophobiker!