The rocky path to the professional selfie

It had fundamentally changed the world when a resourceful mobile phone manufacturer in the desperate fight for market shares came up with the idea of installing a front camera in his mobile phone. As far as the eye can see, otherwise right-minded people flock together everywhere to take photos with a collective and totally stupid grin on their faces. No clique manages to spare itself, even complete strangers blatantly grin into the camera as soon as someone pulls out his mobile phone – sometimes even without any influence of alcohol or drugs.

In reality, however, the selfie is a tremendous achievement that is unfortunately still not accordingly appreciated by our fellow human beings. It takes a lot of effort to take a selfie – the more people are involved in it, the more inhuman is the tension of each individual participant.

The group-selfie shot by an expert divides into four phases:

Phase 1
Someone pulls out his cell-phone for a selfie. Every individual within the surrounding ten to 15 meters immediately jumps up to the cell phone owner with a spirited leap, and presses on him or someone who is already glued to him. The face muscles of everyone involved twist into an alleged smile. Here it shows the importance of the front camera of the cell phone because all the faces of the participants now appear on the display. At a glance, everyone sees that his grimace has little to do with a relaxed smile.

Phase 2
The first correction relaxes the facial muscles of the selfie-participants without decreasing the iron will to achieve a totally relaxed smile. The unabated motivation delves into the faces, but a certain optimism adds almost imperceptibly.

Phase 3
The effort is now gradually showing effect. In this phase, the strength of the facial muscles weakens, and the optimistic smile inevitably disappears. Despondency seizes the nearly exhausted participants.

Phase 4
The mobile phone owner must now step in to still force the success. He brings the participants to mobilize their last strengths by saying the magic words: „Watch the birdie?“. The nerve-racking tension is suddenly blown off. The faces now spontaneously twist into a relaxed, radiant smile…

The photos were re-enacted by Joshua Resnick (rez_art) and his selfie-tried top-models

Der steinige Weg zum professionellen Selfie

Dass ein findiger Handy-Hersteller beim verzweifelten Kampf um Marktanteile auf die Idee gekommen ist, in sein Mobiltelefon eine Front-Kamera einzubauen, hat die Welt grundlegend verändert. Wohin das Auge auch immer blicken mag, überall rotten sich ansonsten grundvernünftige Menschen zusammen, um mit einem kollektiven, total verblödeten Grinsen auf den Gesichtern, ein gemeinsames Foto von sich zu schießen. Keine Clique bringt es fertig, sich das zu ersparen, selbst wildfremde Leute glotzen – sobald einer sein Handy zückt – verblödet grinsend in die Kamera. Manchmal sogar ohne jeden Einfluss von Alkohol oder Drogen.

In Wirklichkeit ist das Selfie aber eine ungeheure Leistung, die von den Mitmenschen leider immer noch nicht entsprechend gewürdigt wird. Es gehört eine Menge Selbstdisziplin dazu, das Selfie aufzunehmen – je mehr Leute daran beteiligt sind, desto unmenschlicher lastet die Anspannung auf jedem einzelnen Teilnehmer.

Das von Könnern aufgenommene Gruppen-Selfie gliedert sich in vier Phasen:

Phase 1
Jemand zückt sein Handy zum Selfie. Sofort springt jeder einzelne innerhalb der umliegenden zehn bis 15 Meter mit einem kühnen Satz zum Handybesitzer und quetscht sich an ihn oder an einen, der bereits an ihm klebt. Die Gesichtsmuskeln aller Beteiligten verziehen sich zu einem vermeintlichen Lächeln. Hier zeigt sich die Wichtigkeit der Front-Kamera des Handys, denn auf dem Display erscheinen nun die Gesichter aller Teilnehmer. Mit einem Blick sieht jeder Einzelne, dass seine Grimasse derzeit noch wenig mit einem entspannten Lächeln zu tun hat.

Phase 2
Die erste Korrektur lässt die Gesichtsmuskeln der Selfie-Teilnehmer etwas entspannen, ohne dass der eiserne Wille zum total relaxten Lächeln nachlässt. Die ungebrochene Motivation gräbt sich tief in die Gesichter ein, aber ein gewisser Optimismus schleicht sich fast unmerklich dazu.

Phase 3
Die Anstrengung zeigt jetzt allmählich Wirkung. Die Kraft in den Gesichtsmuskeln erlahmt, das optimistische Lächeln verschwindet zwangsläufig in dieser Phase. Mutlosigkeit erfasst die nahezu erschöpften Teilnehmer.

Phase 4
Der Handybesitzer muss jetzt beherzt eingreifen, um den Erfolg doch noch zu erzwingen. Er bringt die Teilnehmer dazu, ihre letzten Kräfte zu mobilisieren, indem er die Zauberworte sagt: „Wo ist das Vögelchen?“ Die nervenzerfetzende Anspannung ist schlagartig wie weggeblasen. Die Gesichter verziehen sich nun spontan zu einem entspannten, strahlenden Lächeln…

Die Fotos wurden nachgestellt von Joshua Resnick (rez_art) mit seinen Selfie-erprobten Top-Models