Von Benching und Ghosting oder warum Liebe gar nicht so kompliziert ist

Ein großer Bekanntenkreis ist für jeden äußerst wichtig, falls er am Leben teilhaben will. Da erfährt man für das Liebesleben unerlässliche Neuigkeiten wie zum Beispiel, dass der Kevin die Lina „geghostet“ hat. „Ghosten“ bedeutet, dass man eine Beziehung beendet, indem man sich einfach nicht mehr meldet und für den Partner auch nie mehr erreichbar ist, als ob man sich in Luft aufgelöst hätte. Der berühmteste „Ghoster“ ist bekanntlich Rüdiger der Nachtbusfahrer, der sicher einigen unserer treuen Leserinnen ein Begriff sein dürfte.

Mädels finden „ghosten“ manchmal auch ganz praktisch, neigen aber häufiger zu einer für sie deutlich nützlicheren Masche: Dem Benching. Dabei wird beispielsweise der frischverliebte Kollege Frankie von Julia aus der Nachbarabteilung trotz aktueller Beziehung mit Roger „warmgehalten“. Frau verabredet sich ab und zu mit dem Kollegen, leider kommt abends sehr oft was dazwischen, die Dates finden deshalb meistens gar nicht oder in der Mittagspause statt.

Benching ist deswegen so wichtig für Julia, weil Roger gern mal seine Freunde zum Fußball gucken einlädt. Die bringen gewöhnlich ein paar Kisten Bier mit und danach sieht das Klo regelmäßig aus „wie Sau“. Roger muss nun plötzlich viele Überstunden machen, bis Julia das Örtchen wieder auf Hochglanz gebracht hat.

Der „warm gehaltene“ Frankie aber versetzt Julia in die glückliche Lage, Roger abends mit den unheilschwangeren Worten „wir müssen reden“ empfangen zu können. Benching verpasst nämlich dem weiblichen Selbstbewusstsein einen mächtigen Schub. Für Roger ist regelmäßiger Sex äußerst wichtig, er verfügt aber leider über keinerlei Ersatz. Deshalb muss er von nun an zweimal die Woche das Klo schrubben.

Julia feiert ihren Sieg nicht mit Frankie sondern mit ihren Freundinnen. Der Warmgehaltene bekommt aber am nächsten Morgen in der Besenkammer ein fast schon frivoles Küsschen, das ihn vermutlich für den Rest des Jahres bei der Stange hält.

Rogers Nebentätigkeit als Kloveredeler wirkt sich nicht gerade positiv auf sein Ansehen bei den Kumpels aus. Schon gar nicht, wenn er beim bierseligen Länderspiel plötzlich darauf besteht, dass auf dem Klo alle im Sitzen pinkeln. Roger muss sich also zwischen den Kumpels und Julia entscheiden. Um der Vereinsamung zu entgehen, ghostet er Julia indem er zu Rüdiger zieht. Der benutzt sein Klo bekanntlich, um die frisch „gebürsteten“ Mädelchen schnell und unkompliziert wieder los zu werden. Die Bude ist also wie geschaffen für Fußballfans und Roger bekommt von Rüdiger manchmal sogar eine „beste Freundin“ ab.

Julia wendet sich allerdings nun doch nicht Frankie zu. Wer sich so lange hinhalten lässt ist vielleicht als Partner nicht gerade die erste Wahl. Also schmeißt sie sich an Werner, ihren Chef – und hält Frankie weiter mit fast frivolen Küsschen bei Laune. Werner bencht übrigens seine Sekretärin Nicole, die Beziehung zwischen ihm und Julia ist also optimal ausgewogen, vergleichbar mit der Beziehung zwischen USA und UdSSR in früheren Zeiten.

Frankie und Nicole empfehlen wir dringend, Julia und Werner umgehend zu ghosten…

benching-opfer
Nicole und Frankie haben es tatsächlich geschafft. Nach dem Ghosten ihrer Bencher führen sie eine harmonische Beziehung. An Sex sind beide nicht gewöhnt, aber sie fahren total ab auf die fast frivolen Küsschen…

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Rüdiger der Nachtbusfahrer nimmt Frauen nie mit nach Hause. Einzige Ausnahme: Der flotte Vierer erfordert eine sturmfreie Bude mit riesigem Bett! Der Frauenversteher wartet, bis die Holden schlafen und geht dann zum Dienst. Sobald die erste aufs Klo muss, sorgt der obligatorische Nervenzusammenbruch für den fluchtartigen Abgang der Mädels.