Warum im Bergischen Land eine arme Wirtin beinahe gelyncht worden wäre

Ein kinderfeindliches Schild verursachte einen brutalen Aufstand wütender Kinderschützer. Die deutschen Medien hetzten den Lynchmob noch zusätzlich auf, in dem sie die Frau zur Unmenschin des Jahres stempelten. Vor ihrem Restaurant errichteten bereits die Gutmenschen einen Galgen, nur mit Mühe konnte die Polizei die Eskalation verhindern. Lesen Sie hier die bedrückende Vorgeschichte.

Nachdem Großfamilien mit Horden grauenvoll unerzogener Gören ihr Restaurant mehrfach komplett verwüstet hatten, klebte die 29jährige Wirtin Hannelore Vordermann-Hinterleitner – den Namen haben wir geändert, das Alter hat sie selber frei erfunden – ein Schild an die Tür der Wirtschaft, auf dem in großen Lettern zu lesen war: „Unerzogene Kinder sind herzlich willkommen, die unfähigen Erzieher müssen zur Imbissbude gegenüber.“

Hanni (wie sie von den Rangen gerne genannt wurde) hatte es nämlich satt, dass die erwachsenen Begleiter der lieben Kleinen ständig am wüsten Zustand ihres kinderfreundlichen Restaurants herummäkelten.

Leider hatte die Wirtin aber gewissermaßen die Rechnung ohne den Gast gemacht, wie eine – leicht abgewandelte – alte Redensart ihre Vorgehensweise beschreibt. Die renitenten Erziehungsversager rannten natürlich sofort scharenweise zum Bürgermeister des Kaffs, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Der Rathaus-Chef drohte unserer Hanni mit unbefristeter Kündigung der Pacht, wenn ihr Etablissement nicht umgehend deutlich elternfreundlicher gestaltet würde. Die Kneipe aufzuräumen wäre als Maßnahme ganz sicher wesentlich übers Ziel hinausgeschossen, zumal bei Anwesenheit von unerzogenen Kindern bekanntlich ohnehin kein Ziegel auf dem Anderen bleibt.

Also verlangte der wackere Bürgermeister die Änderung des Schild-Textes. Die gute Hannelore strapazierte ihr Hirn entsetzlich, saß stundenlang stöhnend vor dem ungeliebten Schild und gebar schließlich unter schmerzvollen Wehen einen neuen Text: „Unerzogene Kinder sind herzlich willkommen, die erwachsenen Erziehungsversager werden geduldet!“

Falls Sie, liebe Leser, nun denken, die peinlichen Eltern hätten sich nach diesem monumentalen Entgegenkommen wieder beruhigt, dann sind sie aber schief gewickelt. Die nach wie vor verärgerten Erziehungsversager verklagten den Bürgermeister wegen Unfähigkeit und verlangten gleich die Schließung der ganzen Gemeinde – inklusive des Gourmet-Restaurants unserer Hanni.

Spätestens jetzt war der Spaß vorbei. Der Kommunalbefehlshaber brüllte die arglose Wirtin an wie ein mordlüsterner T-Rex und verlangte diesmal eine radikale Änderung des Schild-Textes. Er blieb gleich in der Kneipe sitzen und sobald Hanni ein paar Worte geschrieben hatte, zerfetzte der widerliche Kerl brüllend und sabbernd das Papier. Bis Hannelore sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als dem Tobsüchtigen Stift und Block mit den Worten zu reichen: „Dann schreiben sie den Dreck doch gleich selber, Ihnen hat man wohl ins Hirn gefurzt.“

So gänzlich falsch kann Hanni mit dieser Vermutung nicht gelegen haben, denn nun kam folgende Aufschrift heraus: Wohlerzogene Kinder sind herzlich willkommen. Vom Rest machen wir Hackfleisch…!“

Diese Verfahrensweise hielt sich tatsächlich Jahre, bis die Bundesregierung eines Tages feststellte, dass es in Deutschland viel zu wenig Kinder gibt und deshalb die Rente in Gefahr sei…

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Unerzogene Kinder haben ein untrügliches Auge für Mode, die ihnen steht