Wie der bayerische Ministerpräsident Seehofer von seiner eigenen Polizei ‚hops genommen‘ wurde

Horst Seehofer, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, wollte sich von seinem Chauffeur vom russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedjew, der zu dieser Zeit gerade an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnahm wieder zurück ins Büro fahren lassen. Dabei wurde Seehofer von der bayerischen Polizei angehalten und überprüft wie der gemeinste IS-Terrorist.

Der Fahrer des Ministerpräsidenten musste aussteigen, seinen Ausweis zeigen und angeben, aus welchem Grund sich die beiden in der Nähe der Sicherheitskonferenz herumtrieben. Während Seehofer sich freute: „Ja, das sind meine Jungs, die lassen keinen Terroristen unkontrolliert seinen Anschlag verüben“, wurde der Fahrer ordnungsgemäß durchsucht und sein Füllfederhalter sichergestellt, weil der den braven Polizeibeamten “vorne zu spitz” war.

Die Polizisten guckten in alle Fenster des Wagens und inspizierten auch den Kofferraum. Man wolle nicht, „dass diese ganzen Flüchtlinge so dicht bei der Sicherheitskonferenz herumschleichen“. Ob denn der Kerl auf dem Rücksitz ein Flüchtling sei, wollte einer der Beamten wissen.

Seehofer ließ die hintere Scheibe des Wagens herunter und gab bereitwillig Auskunft. Nein, augenblicklich sei er gerade nicht auf der Flucht, aber wenn er manchmal mit der Merkel in Berlin herumstreiten müsse, fühle er sich schon irgendwie so ähnlich. Einmal sei er nach zwei Stunden Merkel so deprimiert gewesen, dass er in München unwillkürlich Asyl beantragt habe. Allerdings sei der Antrag ordnungsgemäß abgelehnt worden, weil er scheinbar bereits bayerischer Staatsbürger sei.

Nach dem Vortrag Seehofers hatte das Misstrauen der Polizeibeamten eher noch zugenommen, deswegen beeilte sich der Fahrer zu sagen, der „Kerl auf dem Rücksitz“ sei der bayerische Ministerpräsident, der den Medwedjew besucht habe. Da fragte der Einsatzleiter natürlich prompt: „Was hat denn der Seehofer schon wieder bei den Russen verloren, der war doch vor kurzem erst bei dem Putin. Ist der Mann denn jetzt auch noch bayerischer Außenminister?“

„Na, Innenminister ist er jedenfalls nicht“, gab der Fahrer ein wenig kess zurück, aber Seehofer beeilte sich, zu de-eskalieren, indem er den Kopf durch das Fenster der Limousine steckte und sagte: „Im Augenblick bin ich nur mehr Ministerpräsident, aber falls es nötig sein sollte, werde ich zusätzlich auch als Außenminister meine Pflicht erfüllen!“

Die Beflissenheit des bayerischen Ministerpräsidenten besänftigte die Polizisten merklich, Seehofer musste seinen Ausweis nicht zeigen „weil ich die Fresse irgendwoher kenne“, meinte der Einsatzleiter. Dann sagte er, im Augenblick biete die bayerische Polizei allen Kontrollierten noch eine kostenlose Darmspiegelung an, ob man daran interessiert sei? Seehofer winkte ab, aber der Fahrer meinte, seine Frau wolle unbedingt ein Foto von ihm, weil er doch dauernd mit dem Seehofer unterwegs sei „und sie schon kaum noch weiß wie ich aussehe.“ Als er jedoch das riesige Objektiv der Kamera sah, entschied er sich doch spontan für ein Portraitfoto.

Seehofer war nach seiner gründlichen Überprüfung durch „die braven Jungs“ von der bayerischen Polizei richtig gut gelaunt. „Aber es wäre besser gewesen, die hätten mich schon auf dem Hinweg zum Medwedjew hops genommen, dann hätte ich gleich noch ein lustiges Thema für das Gespräch gehabt…“

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So läuft es immer: Merkel wirft sich in Pose und Seehofer, die arme Sau, muss Beifall klatschen! Klar dass er in Bayern Asyl beantragt…
Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0